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Aktuelle Termine und Veröffentlichungen:

Mitgliederversammlung und Nachtreffen Pommernreise

Dienstag, 17. November 2026

Altes Zollhaus, Senden

18:00 Uhr: Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen

ab 19.30 Uhr: Nachtreffen Pommernreise 

Deutsch-polnische Gesellschaft feiert 20-jähriges Bestehen

14-Stunden-Fahrt für die Freundschaft

Von Susanne Nagel-Eckey

SENDEN. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Senden (DPGS) hatte zum 20. Jubiläum geladen, und am Freitagabend (2. Oktober) startete nach intensiven Vorbereitungen vonseiten des Vorstands endlich das große Festprogramm. Bei tollem Spätsommerwetter versammelten sich die Gäste, Mitglieder und Freunde der DPGS, Vertreter des Sendener Gemeinderats, der Sendener Vereine sowie des Münsteraner polnischen Freundeskreises, im Vorgarten des Alten Zollhauses.

Auch der Festredner Marek Gluszko, Generalkonsul der Republik Polen, war aus Köln angereist und wurde von der Vorsitzenden Grazyna Maria Brandes herzlich begrüßt: „So einen hohen Besuch hatten wir noch nie hier im Hause!“

Nur die Delegation aus der Partnerstadt Koronowo ließ noch auf sich warten, steckte sie doch noch auf der Autobahn im Stau fest. Aber das konnte die gute Stimmung nicht trüben, und unter guten Gesprächen nahm die Festgesellschaft ihren Platz im großen Saal des Zollhauses ein.

Brandes begrüßte nun auch offiziell die Gäste und übergab an den Generalkonsul, der in seinem Vortrag zu den Perspektiven und Herausforderungen der Deutsch-Polnischen Beziehungen die Verwurzelung der deutsch-polnischen Freundschaft nach wechsel- und gewaltvollen Jahrhunderten unterstrich.

Und passgenau trafen nun auch die polnischen Gäste ein und wurden herzlich begrüßt. Besonders herzlich war die Begrüßung zwischen den beiden Bürgermeistern Sebastian Täger und Patryk Mikolajewski. So konnte der Vortrag fortgesetzt werden und der Generalkonsul stellte zum Abschluss fest: „Es ist vieles gelungen, was zur Wende als unvorstellbar galt“. Er machte Mut, den Weg weiter zu bereiten für gegenwärtige und zukünftige Beziehungen.

Nach einer kurzen Dankesrede des Bürgermeisters von Koronowo, die Grazyna Brandes direkt übersetzte, und der Übergabe von Gastgeschenken, das „Buch aus Koronowo“ und Wein und Gebäck aus dem Münsterland für „ruhige Stunden“ an Konsul Marek Gluszko, begaben sich die Gäste aus Polen zum längst verdienten Abendessen – nach 14 Stunden Fahrt!

Weiterlesen: Deutsch-polnische Gesellschaft feiert 20-jähriges Bestehen

Ausstellung im Rathaus zu Władysław Bartoszewski

Prof. Dr. Ziemer

Ein Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland

SENDEN. Unter dem Titel „Władysław Bartoszewski – Widerstand, Erinnerung, Versöhnung“ eröffnete die Deutsch-Polnische Gesellschaft (DPG) Senden am vergangenen Dienstag eine Ausstellung im Foyer des Rathauses. Diese erinnert an einen Mann, dessen Leben eng mit der Geschichte Polens und der deutsch-polnischen Aussöhnung verbunden ist.

Die Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Grazyna Brandes, erinnerte an Bartoszewskis Rede vor dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat im April 1995. Darin erklärte er: „Diese Alltäglichkeit und Normalität zwischen Deutschen und Polen schätze ich ganz besonders.“

Auch 31 Jahre später bleibe diese Normalität eine Aufgabe, so die DPG. Sie fördere deshalb durch Reisen, Vorträge, Kulturveranstaltungen und persönliche Begegnungen das gegenseitige Verständnis. Zu einer tragfähigen Nachbarschaft gehöre auch die Bereitschaft, unterschiedliche Erfahrungen anzuerkennen und offen über schwierige Kapitel der gemeinsamen Geschichte zu sprechen.

Holger Bothur begrüßte die Gäste. Als Vertreter der Gemeinde und Hausherr hieß er die DPG mit ihrer Ausstellung im Rathaus willkommen.

Prof. Dr. Klaus Ziemer, Politikwissenschaftler, Kurator der Ausstellung und ehemaliger Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau, stellte Bartoszewskis Leben und Wirken vor. Für den musikalischen Rahmen sorgten Achim Stanosek und sein Ensemble aus Lüdinghausen.

Der 1922 in Warschau geborene Bartoszewski wurde 1940 von den deutschen Besatzern verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht. Nach seiner Freilassung schloss er sich dem polnischen Widerstand an. Als Mitglied der Heimatarmee und Mitarbeiter des Hilfsrates für Juden, Żegota, half er verfolgten Juden. 1944 nahm er am Warschauer Aufstand teil. Nach dem Krieg wurde Bartoszewski wegen seiner oppositionellen Haltung vom kommunistischen Regime verfolgt und über Jahre inhaftiert. Später engagierte er sich in der demokratischen Opposition und bei Solidarność. Nach 1989 wurde er Botschafter, Senator und zweimal Außenminister Polens.

Ziemer zeigte, wie eng bei Bartoszewski persönliche Erfahrung, historische Erinnerung und politische Verantwortung verbunden waren. Sein Leitsatz „Es lohnt sich, anständig zu sein“ war für ihn eine Aufforderung zum Handeln – besonders dann, wenn Haltung Mut erforderte.

Die Ausstellung ist bis Freitag (25. September ) im Foyer des Rathauses zu sehen.

Westfälische Nachrichten, 17.09.2026

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